Warum ich das mache
Angefangen hat es im Mai 2025 mit zwei Aufgaben, die ich mir allein nicht zugetraut hätte: Player-Software für eingebettete Geräte im Stadion, in einer Sprache, die ich vorher nie benutzt hatte, und ein eigener Weg für die Kantenglättung in C, damit die Vorschau einer LED-Bande nicht flimmert. Beides hat am Ende funktioniert. Beides hat Wochen gedauert, die mit klareren Aufträgen nicht nötig gewesen wären.
Danach habe ich den Agenten für alles benutzt: für Server, für Datenbanken, für Deployments, für Migrationen, für die Buchhaltung. Das hat erstaunlich gut funktioniert und mich erstaunlich oft in Schwierigkeiten gebracht.
Irgendwann habe ich angefangen, jede Korrektur aufzuschreiben, damit ich dieselbe Sache nicht dreimal erklären muss. Nach einem Jahr waren es rund 160 Notizen. Als ich sie das erste Mal am Stück gelesen habe, war klar, dass darin ein Kurs steckt. Es sind zehn Muster, immer wieder dieselben, quer über alle Projekte.
Die erste Fassung liegt bis heute im Stadion-Repo und heißt WORKING_STYLE.MD. Sie ist vom September 2025 und enthält schon die Hälfte dessen, was heute die zehn Regeln sind, bis hin zu dem Satz, dass der Agent eine von vielen Versionen ist und die Arbeit der vorherigen recht haben kann, auch wenn er sie nicht versteht.
Der ehrliche Teil dazu: Ich habe lange gedacht, das wisse doch ohnehin jeder. Das stimmt nicht. Wenn ein Modell dieser Güteklasse 160 aufgeschriebene Regeln braucht, um mit mir auf Produktionssystemen zu arbeiten, dann braucht ein Team, das seit zwei Monaten dabei ist, sie erst recht. Ein Workshop verkauft selten Neuheit. Er verkauft Zeit: ein Tag statt drei Monaten Ausprobieren.
Die zwanzig Jahre davor
Für einen Workshop über Agenten im Team zählt nicht nur, was ich mit dem Werkzeug kann. Es zählt, dass ich die Seiten kenne, an denen die Einführung scheitert: Anforderung, Produkt, Code und die Leute, die das nebenher mitmachen sollen.
Technischer Projektleiter in einer Agenturgruppe
Projekte zwischen Kunde, Kreation und Entwicklung. Dort lernt man, eine Anforderung so aufzuschreiben, dass am Ende das Richtige gebaut wird, und zu merken, wann eine Beschreibung noch nicht reicht. Dieselbe Arbeit steckt heute in jedem brauchbaren Auftrag an einen Agenten.
Web-Analyst bei einem großen E-Commerce-Anbieter
Zahlen aufbereiten und einordnen. Was gemessen wurde und was es bedeutet, sind zwei verschiedene Aussagen. Wer das einmal beruflich auseinanderhalten musste, merkt schneller, wenn ein Agent eine Deutung liefert und die Messung dahinter schuldig bleibt.
Senior Product Manager beim größten Außenwerbe-Vermarkter Deutschlands
Produktverantwortung im Konzern, mit allem, was an Abstimmung dazugehört. Technik, Vertrieb und Rechtsabteilung sitzen selten in einem Raum und wollen trotzdem dieselbe Entscheidung.
Produktmanager, Entwickler und Systemarchitekt
Für mehrere Kunden gleichzeitig. In diesen Projekten leite ich Entwicklerteams. Die Frage, wie ein Team mit Agenten arbeitet, ohne sich dabei selbst zu schaden, stellt sich mir nicht theoretisch.
Woran ich arbeite
Auftraggeber und Systemnamen bleiben draußen. Was zählt, ist die Art der Systeme, weil daraus die Beispiele kommen.
Bandenwerbung im Stadion: Player und Vorschau
Zwei Hälften eines Projekts. Die Player-Software läuft auf eingebetteten Geräten im Stadion, spielt mehrere LED-Banden synchron und hat dafür 40 MB Arbeitsspeicher: zwei Videoplayer im Wechsel, Vorladen statt Puffern, Neustart bevor der Speicher voll ist. Die zweite Hälfte rechnet Kunden aus, wie ihr Motiv von der Kamera aus aussieht. Vorlagen über 11.000 Pixel Breite, perspektivisch auf ein Stadionfoto, Verkleinerung bis etwa 30 zu 1. Dafür brauchte es einen eigenen Weg für die Kantenglättung in C, weil die üblichen Filter bei so starker Verkleinerung vier von tausend Quellpixeln lesen und der Rest als Flimmern auf der Bande landet.
Dating-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Go-Backend auf drei Servern, hochverfügbares Postgres, Load-Balancer-Paar mit Failover, iOS und Android. Besonders geschützte Daten nach Artikel 9, entsprechend paranoide Grundeinstellung: eigenes VPN-Rückgrat, verschlüsselte Platten, Backups in drei Stufen bis ins Kaltarchiv, Web Application Firewall, zentrale Logs. Fast alles davon über Agenten gebaut und betrieben.
Playout-Cluster für Sportwerbung
Die Infrastruktur hinter den Stadien: Ausspielcluster mit Failover, Speicher-Synchronisation über drei Anbieter hinweg, zentrale Logs, Auslieferung von einer halben Million Werbeeinblendungen. Hier lernt man, was Fehlertoleranz heißt, wenn der Fehler live im Stadion steht.
Content-Plattformen und Datenpipelines
Mehrere eigene Seiten mit KI-gestützten Inhalten, Produktdaten aus Partnernetzwerken und redaktionellen Leitplanken. Grundregel: nichts erfinden, jede Bewertung ist im Zweifel nachvollziehbar. Bei Sprachmodellen ist das mehr Arbeit, als es klingt.
Lokale Modelle im Heimlabor
Ollama, vLLM und MLX auf Mac-Minis, einer Grafikkarte und einem Einplatinenrechner. Vision-Modelle vergleichen, Modelle nachtrainieren, Einbettungen und Vektorsuche, eine Empfehlungsstrecke mit impliziten Nutzersignalen. Inklusive der teuren Erkenntnis, dass Nachtrainieren das Befolgen von Vorgaben verschlechtern kann.
Eigener Workshopraum in Berlin
Vermietung von zwei Räumen, mit allem drumherum: Buchungsstrecke, Rechnungen, Zahlungsanbieter, Türcodes, ein Tablet zur Raumsteuerung, ein Werbebildschirm im Schaufenster. Meine eigene Firma als Testfeld dafür, was Agenten außerhalb von Code taugen.
Was ich nicht bin
Damit niemand mit falschen Erwartungen bucht. Für diese Themen gibt es bessere Leute als mich. Wen ich kenne, sage ich gern weiter.
- Kein Machine-Learning-Hintergrund. Ich trainiere keine Modelle von Grund auf und erkläre keine Transformer-Architektur.
- Keine formalen Bewertungsverfahren. Meine Promptarbeit ist Praxis und Messung am Ergebnis, keine Eval-Methodik mit Kennzahlen.
- Keine KI-Strategie für Konzerne. Ich rede über Werkzeuge in den Händen von Teams, nicht über Transformationsprogramme.
- Kein Vendor-Vergleich. Ich arbeite mit Claude Code, kenne die Alternativen aber nicht tief genug für ein faires Urteil.
- Keine Zertifikate. Ihr bekommt eine Teilnahmebestätigung, wenn ihr eine braucht, aber keinen anerkannten Abschluss.
- Keine Trainerausbildung. Zwanzig Jahre Projekte und Teams ja, didaktischer Hintergrund nein. Die ersten Termine sind deshalb Pilottermine und entsprechend günstiger.
Der Raum
Die offenen Termine laufen in meinem eigenen Workshopraum in Berlin Prenzlauer Berg. Der Raum hat 4,5 qm Whiteboard, einen 75-Zoll-Bildschirm, eine eigene Küche und eine Lounge für die Pausen. Er gehört mir, deshalb sind die Gruppen klein und der Tag nicht getaktet.
Adresse
Grellstraße 37, 10409 Berlin
Anreise
S-Bahnhof Greifswalder Straße, vier Minuten zu Fuß
Kapazität
Bis 10 Personen im Workshopraum, Lounge für Pausen
Fragen vor der Anmeldung sind ausdrücklich erwünscht.
Schreibt mir, was ihr vorhabt. Wenn ein anderes Format besser passt oder ihr das Thema gar nicht braucht, sage ich das.